1380-12-29 - Das Richterschauspiel

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Tagebucheintrag von Dorn von Donnerfurt

Es war also soweit: Das Theaterstück des Herren von Donnerfurt war bereit aufgeführt zu werden. Und tatsächlich fanden sich einige Zuschauer in dem kleinen Fürstenborner Theater ein, um es sich anzusehen. Und unter dem allgemeinen Gemurmel der Zuschauer trat dann auch der Herr Dorn von Donnerfurt auf die Bühne, um mit dunkler, rauher Stimme zu sprechen:

Meine Damen und Herren, willkommen bei dem Theaterstück "Chrysantheme und die Männer". Ich hoffe, dass wir euch eine Freue bereiten können mit diesem kurzen, zeitlosen Stück.

Währenddessen konnte man als aufmerksamer Beobachter sehen, wie ein älterer Mann mit einem kleinen Bierbauch von der Seite ins Publikum sich schlich. Und ganz aufmerksame Beobachter vermochten vielleicht das Fräulein Nessa als diesen Mann erkennen.


Erster Akt

Und so wurde der Vorhang beiseite geschoben, und gab den Blick auf die Bühne frei. Dort sah man Fräulein Goldmond in einem aufwendigen Kleid, so wie das Fräulein Arianne Fhirnriveien in Hosen und Hemd. Letztere hatte eine recht finstere Miene aufgesetzt, während erstere eine recht dramatische Pose einnahm, und dann zu Arianne sprach:

Sarah Goldmond: Schweig mein Herz, ich bin doch nun auch da.

Der Mann im Publikum begann nervös mit den Fingern am Stuhl zu tippeln, während Arianne dann mit dunkler, verstellter Stimme antwortete.

Arianne Fhirnriveien: Jetzt bist du da *knurrt sie mit tief verstellter Stimme* aber wo warst du all die Zeit zuvor?! Du warst bei ihm! Gib es zu!

Und so auf Sarah zustapfte, welche einen Schritt zurück trat.

Sarah Goldmond: Nein, ich war im Hain und habe mit den Vögeln gesungen ...

Arianne lachte bitter auf.

Arianne Fhirnriveien: Deinen Gesang kenn ich, Täubchen. Du kannst mir nichts vormachen .

Sarah trat ein paar Schritte fort von Arianne, zu einem Stuhl.

Sarah Goldmond: Ich habe so gesungen, wie du es mich gelehrt hast, mein Herz...

Arianne raufte sich dann die Haare, und folgte ihr.

Arianne Fhirnriveien: Du bist mir aber ein bisschen zu übereifrig damit das Gelernte anzuwenden! Verdammt, ich kann seinen Gestank fast an dir riechen

Und damit griff Arianne nach dem Stuhl, und warf ihn über die Bühne, wandte sich von ihr wieder ab. Sarah folgte ihr, nah ihre Hände in die ihren, mit einem etwas ängstlichen Blick sie ansehend.

Sarah Goldmond: Ich war nicht bei ihm!

Arianne Fhirnriveien: Hör auf mich zu belügen...

Sarah Goldmond: Ich lüge nicht und bin auch keine Deiner Schwätzerinnen!

Und so löste sie sich von Sarah, und zog heimlich, jedoch sichtbar für das Publikum ein Messer hervor, während Sarah zu eben jenem schaute, durch die Reihen blickte.

Sarah Goldmond: Du musst mir endlich vertrauen, sonst hat dies alles keinen Sinn mehr...

Arianne Fhirnriveien: Nein... nein, du hast recht... es tut mir leid.

Und so strich Arianne Sarah sanft über den Rücken, die andere Hand mit dem Dolch hinter ihrem Rücken verborgen... und Sarah lächelt süffisant ins Publikum, als ihr "Mann" ihr offenbar wieder aus der Hand frisst...

Arianne Fhirnriveien: Ich bin diese ganze Streiterei wirklich leid... lass uns damit endlich Schluss machen.

Sarah Goldmond: Ich verzeihe dir, mein Herz

Und damit drehte sie sich zu Arianne um... und bekam den Dolch mitten in den Bauch gerammt.

Arianne Fhirnriveien: Nie mehr. Nie mehr Lug und Betrug...

Sarahs Lächeln verschwand, und sie glitt langsam an Arianne hinab, Blut bildete sich auf ihrer Kleidung, und breitete sich dann auf dem Boden aus. Doch der dickliche Mann, Nessa Elensar in Verkleidung, sprang von seinem Sitz im Publikum... nachdem er irgendwie ein wenig zufrieden wirkte für einen Augenblick lang, was wohl niemand bemerkte, da alle gebannt auf die Bühne schauten.

Nessa Elensar: Oh mein Gott.. mein Herz!

Und Arianne schaute irgendwie zweifelnd zu Sarah hinab.

Arianne Fhirnriveien: Chrys...?

Nessa Elensar: Oh mein Gott wie konntest du nur?'

Dann zog Arianne den Dolch aus Sarahs Brust... und betrachtete das Blut an der Klinge

Arianne Fhirnriveien: Was...

Nessa Elensar: Du hast sie getötet! Du Mörderin!

Arianne Fhirnriveien: Nein, ich- d-das wollte ich nicht ...

Mit diesen Worten lies sie den Dolch fallen, schaute auf ihre blutigen Finger... und der Vorhang schloss sich.


Zweiter Akt

Diesmal sah die Bühne aus wie ein Gerichtssaal. Ein Richterpult, von zwei Garderekruten flankiert, und einige Sitzplätze, wohl für Zeugen und die Anklage.

Auf der Seite der Anklage saß nun eine junge Frau mit Ärmelschonern und einem strengen Gesamtäußeren... Sarah Goldmond in ihrer zweiten Rolle des Stücks. Arianne wirkt recht blass und mit Augenringen, in einer Kerkerkluft gekleidet und recht... mitgenommen wirkend. Nessa, noch immer als Mann mit Bierbäuchlein saß wieder im Publikum, alles in allem zufrieden wirkend.

Rekrut Jupp: Erhebt euch für den ehrenwerten Richter von Donnerfurt.

Und so erhoben sich alle Schauspieler, und auch einige Leute im Publikum, während Dorn mit gemächtlichen Schritten von hinter den Requisiten kam, und sich dann hinsetzte, zusammen mit den anderen.


Dorn von Donnerfurt: Hm... heute wird verhandelt, der Fall Rusilla Falkenband. Frau Falkenband, euch wird eine schwere Tat zur Last gelegt.

Arianne Fhirnriveien: Ich bin unschuldig! Das war ein Unfall! Ein Komplott! Irgendwas!

Nessa Elensar: Niemals! Sie war es!

Dorn von Donnerfurt: Fräulein Rosenblum... die Anklage...?

Und so erhob sich Sarah.

Sarah Goldmond: Frau Falkenband wird des Mordes an Fräulein Chrysantheme von Lautenschlag beschuldigt, sie hinterrücks bei einem Schauspiel brutal niedergestochen zu haben. Wir fordern die Hinrichtung im falle der Überführung.

Nessa Elensar: Jawoll!

Arianne Fhirnriveien: H-Hinrichtung?!

Dorn von Donnerfurt: Die Mordwaffe wurde sicher gestellt...?

Sarah Goldmond: Ja, so ist es.

Und damit wurde Dorn der blutige Dolch auf das Pult gelegt.

Nessa Elensar: DA IST DER BEWEIS!

Dorn von Donnerfurt: Herr Dumpelwitz, ich weiß, das Opfer war eure Frau, und ich kann eure Wut und Trauer auch verstehen. Aber wir sind hier in einem Gerichtssaal. Ich bitte euch, euch ruhig zu verhalten, sonst sehe ich mich gezwungen, ein Ordnungsgold zu verhängen, oder gar auch hinaus zu schicken.

Nach dieser "strafenden" Ansprache wand er sich wieder an Arianne.

Dorn von Donnerfurt: Nun... ihr erinnert euch noch an diesen besagten Abend...? Wollt ihr dem Hohe Gericht erzählen, wie es passiert ist...? Dabei muss ich euch belehren, dass ihr nichts aussagen müsst, was euch selbst belasten würde. Dennoch dürft ihr nichts als die Wahrheit sagen, mit einer Falschaussage, würdet ihr euch strafbar machen, ja...?

Arianne, die recht geschockt den Dolch angestarrt hatte, nickte dazu erst einmal

Arianne Fhirnriveien: Ich... ich weiß nicht, wie das passieren konnte! Wir haben nur geprobt...

Dorn von Donnerfurt: Fang am besten von vorne an.

Arianne Fhirnriveien: Das machen wir... h-haben wir immer so gemacht... vor Auftritten helf ich ihr dabei, die Schlüsselszenen nochmal durchzuspielen... und eine davon... war halt der Mord... das steht so im Skript des Stücks... aber da hätte eine Requisite liegen müssen, kein echtes Messer! Ich wollte sie doch gar nicht umbringen! ich wollte das nicht...

Sarah Goldmond: Einspruch, Die Angeklagte will durch ihr Weinen lediglich Mitleid bei der späteren Urteilsverkündung einheimsen!

Dorn von Donnerfurt: Abgelehnt.

Und die Anklage war offenbar nicht wirklich glücklich über diese Entscheidung.

Dorn von Donnerfurt: Hm... also sagt ihr, dass jemand das Messer ausgetaucht hat...?

Arianne Fhirnriveien: So muss es ja sein... ob Zufall oder Absicht, aber anders kann ichs mir nicht erklären...

Dorn von Donnerfurt: Ich... verstehe. Und ihr überprüft die Requisiten vorher nicht selbst...?

Doch Arianne schüttelte den Kopf.

Arianne Fhirnriveien: Dafür gab es vorher nie einen Anlass... das macht unser Requisitenmeister.

Dorn von Donnerfurt: Der Herr Wolthers...?

Arianne Fhirnriveien: Genau der.

Dorn von Donnerfurt: Habt ihr noch Fragen an die Angeklagte...?

Und Sarah nickte dann, und sprach Arianne selbst an.

Sarah Goldmond: Frau Falkenband, dieser Requisiteur ... wie steht er zu euch? Also in welcher Beziehung?

Arianne Fhirnriveien: Wir verstanden uns immer gut... denke ich... ich hab jedenfalls nie Feindseligkeiten von ihm bemerkt

Sarah Goldmond: Und warum sollte er euch die Messer austauschen?

Nessa Elensar: Du hast ihm immer falsche Hoffnungen gemacht!

Arianne Fhirnriveien: Ich- ich hab doch gar nicht gesagt das er... ich mein... da laufen vor einer Vorstellung so viele Leute rum... oder vielleicht wars ein Versehen

Nessa Elensar: Und du warst neidisch.. neidisch auf die Hauptrolle!

Dorn von Donnerfurt: Herr Dumpelwitz.. ich warne euch nun ein letztes mal! Ich kann auch anders....

Sarah Goldmond: Ward ihr nicht auch die Zweitbesetzung?

Arianne Fhirnriveien: J-ja... aber, ich war nicht neidisch, das stimmt nicht! Deswegen hätt ich keinen Mord begangen!

Sarah Goldmond: Die Beweislage ist schon recht erdrückend ... wer außer euch hätte einen nutzen von dem Tod der Diva gehabt?

Arianne Fhirnriveien: Ich... ich weiß es nicht. Ich kann niemanden beschuldigen... wir sind doch in der Truppe wie eine Familie...

Sie seufzte.

Arianne Fhirnriveien: Ich würde es keinem davon zutrauen... außer... dieser Neuen vielleicht, aber... warum sollte sie?

Dorn von Donnerfurt: Diese Neue...?

Der ältere Mann mit dem Bierbauch begann nun etwas unruhig zu werden.

Sarah Goldmond: Neue?

Arianne Fhirnriveien: Hm... einige Tage vorher... hat unser Theaterleiter eine neue Schauspielerin eingestellt. Als... Notersatz, falls mal zuviele ausfallen und eine Rolle offen bleibt

Dorn von Donnerfurt: Hm... wisst ihr ihren Namen....?

Arianne Fhirnriveien: Menea... Humpertal.

Dorn von Donnerfurt: Rekrut Jupp, wäre es möglich, diese Dame her zu holen...?

Rekrut Jupp: Eh... ja, natürlich Herr Kor... ich meine, Herr Richter.

Und so machte der Rekrut sich auf den Weg.

Nessa Elensar: Also die.. ach die ist doch nur Statistin.. wie konnte ich ahnen, daß meine Zweitbesetzung meine Hauptrolle ermordet?!

Kurz darauf wurde dann die Dame Manea hereingeführt zum Zeugenstand, und vollführte einen Knicks vor dem Richter, während der ältere Mann, den Nessa darstellte, irgendwie kleiner wurde.

Menea Humpertal: Oh.. hehe... ja... Hohes Gericht.

Dorn von Donnerfurt: Fräulein Humpertal, nehme ich an.....?

Menea Humpertal: Ja... genau die bin ich.

Dorn von Donnerfurt: Nun denn... ich muss euch zuerst belehren... ihr seid hier vor Gericht, also dürft ihr nur die Wahrheit sagen, müsst aber nichts aussagen, was euch belasten würde. Eine Falschaussage jedoch würde eine Strafe bedeuten. Ja...?

Die Dame sah in Publikum, dann wieder zu Dorn, leise kichernd.

Menea Humpertal: Ja, natürlich. Das ist ja wie im Theater hier. Ja... wie im Theater... zumindestens fast. Ihr seid noch nicht lange bei der Schauspieltruppe, oder...?


Dorn von Donnerfurt: Nein... ich bin nicht bei der Schauspieltruppe. Ich bin der Richter. Versteht ihr?

Menea Humpertal: Oh ja sicher.

Dorn von Donnerfurt: Also... ihr seid also Teil eines Theaterensembles... welche Rolle spielt ihr denn bei dem momentanen Stück...?

Menea Humpertal: Die der Chrysantheme ... also jetzt ... seit sie sie umgebracht hat... vorher habe ich alle rollen mal ausprobiert, bis wir eine rolle fanden, die zu mir passt... ach so... vorher war ich die Zofe von Chrysantheme.

Dorn von Donnerfurt: Ihr habt nun die Rolle der Chrysantheme...? Hm... interessant. Ein steiler Aufstieg, meint ihr nicht auch...?

Menea schaute verstohlen zu Nessa herüber, nur um dann ruckartig wieder zu Dorn zu blicken.

Menea Humpertal: Ähm nun ja... eigentlich schon... ich hatte ziemliches Glück.

Dorn von Donnerfurt: Ziemliches Glück... ich verstehe... wie habt ihr und Chrysantheme euch eigentlich so... verstanden...?

Menea Humpertal: Nun... Sie mochte mich nicht sonderlich, weil ich ihr den Freund ausspannte.

Nessa Elensar: Dann warst du es! Sie lügt!

Und so sah Dorn zu Nessa... und meinte dann eher zu sich

Dorn von Donnerfurt: Den Freund ausspannte... Na, das wird ja immer interessanter...

Menea Humpertal: War ich nicht! Ich glänze durch meine Leistung, ich kann mir alle Rollentexte merken und zwar sehr gut! Das sagtest du auch immer!

Nessa Elensar: Also bitte... _Du_ bist nur in einem gut und jetzt halt dem Mund!

Menea Humpertal: Ich finde es absolut schäbig von dir, dass du mir so eine Gräueltat unterstellen willst, nur weil du nichts Manns genug bist deine Sachen auf anständigen weg zu regeln! WAS? ICH? Ich glaube, bei Dir hakt es wohl! Ich bin Künstlerin und zwar in allen Bereichen!

Und dann begann Dorn mit seinem kleinen Holzhammer auf des Podest zu schlagen.

Dorn von Donnerfurt: Ruhe im Saal hier! Wir sind hier nicht auf dem Markt bei einer Versteigerung, dies ist ein Gerichtssaal!

Menea Humpertal: Nur weil Du es im Bett nicht bringst ohne meine Sonderbehandlung, heißt das nicht, dass ich nur in einer Sache gut bin!DU DRECKIGER SCHUFT DU!

Nessa Elensar: Hure!

Dorn von Donnerfurt: RUHE! Herr Dumpelwitz... ich hatte euch gewarnt, nicht wahr...? 10 Heller Ordnungsgold, zu bezahlen bei der Gerichtskasse.

Und dann schnaufte er dumpf, und sprach dann erst einmal wieder zu Sarah.

Dorn von Donnerfurt: Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber von meiner Seite aus kann die Zeugin entlassen werden. Ich persönlich würde viel lieber nun Herrn Dumpelwitz hier oben sprechen...

Sarah Goldmond: So sehe ich das auch.

Dorn von Donnerfurt: Rekrut! Bringt ihn hinauf, bitte.

Dann widmete er sich der nun leicht verheulten Menea zu, und sprach direkt ein wenig sanfter.

Dorn von Donnerfurt: Ich danke euch, ihr habt uns sehr geholfen, mein Fräulein. Ihr dürft euch wieder dort hinten hinsetzen, wenn ihr mögt.

Und während die Dame dann die Bühne verließ, wurde Nessa von dem Rekruten auf die Bühne gebracht, zum Zeugenstand.

Dorn von Donnerfurt: Nun, Herr Dumpelwitz... was soll ich sagen...? Es war ein harter Tag für euch, nicht wahr...? Erstbesetzung ermordet, Zweitbesetzung im Kerker. Aber ihr habt ja zum Glück direkt eine Drittbesetzung gehabt, nicht wahr?

Dieser wischte sich nervös den Schweiß ab.

Rüdiger Dumpelwitz: Äh... hähä... Wie das Leben halt so spielt, hm? hähä...

Dorn von Donnerfurt: Und da ist es doch schon ein recht großer Zufall, dass diese Frau kurz zuvor auch noch... nunja... mit euch zusammen Kommt, nicht wahr...?

Rüdiger Dumpelwitz: Ja, ein großer Zufall, nichts weiter...

Dorn von Donnerfurt: Hm... wie lief das Theater eigentlich, vor dieser.... Sache...?

Rüdiger Dumpelwitz: Es lief...

Arianne Fhirnriveien: Schleppend! Die Einnahmen waren in dem Quartal so niedrig wie nie zuvor!

Dorn von Donnerfurt: Hm... aber wenn ich das richtig gesehen habe, stehen die Leute nun Schlange... wegen dem Skandal, das zieht Leute an, nicht wahr...? Das Theater ist wieder richtig ins Gespräch gekommen, richtig...?

Rüdiger Dumpelwitz: Hrm... ja...

Dorn von Donnerfurt: Interessant... ich nehme an, ihr habt ebenso Zugriff, als Theaterintendant, auf alle Requisiten...? Ich muss euch ebenso belehren, dass ihr nichts aussagen müsst, was euch belasten würde. Doch eine jede Aussage, die ihr macht, muss die Wahrheit sein, Falschaussagen sind strafbar.

Nervös tupfte er sich den Schweiß ab.

Rüdiger Dumpelwitz: Hrm... Bin ich jetzt etwa angeklagt?! Sie wars doch! Sie! Nicht ich! an meinen Händen klebt kein Blut!

Dorn von Donnerfurt: Gäbe es einen Grund dafür...? Das Motiv der Dame erscheint mir eher schwach im Vergleich zu eurem Motiv. Die Möglichkeit hattet ihr beide dazu. Doch... wer hatte... die Moral dafür, so eine schändliche Tat zu begehen...?

Und der Mann wand sich unter Dorns bohrendem Blick.

Rüdiger Dumpelwitz: Das ist doch völlig lächerlich! ich bin unschuldig!

Dorn von Donnerfurt: Ich glaube, wir werden noch einige Untersuchungen anstellen müssen in diesem Fall... und zwar auch in eine andere Richtung als bisher.

Arianne Fhirnriveien: Befragt die anderen Mitarbeiter, bei so vielen Leuten, die vor einer Vorstellung rumlaufen, muss einer was gesehen haben... aber beim Intendanten denkt man sich nichts dabei

Dorn von Donnerfurt: Aye... das werden wir wohl tun.

Und Rüdiger will schon aufspringen, doch der Rekrut hinter ihm drückt ihn wieder zurück auf seinen Platz.

Rüdiger Dumpelwitz: Das könnt ihr nicht machen! Ihr ruiniert mir mein Geschäft! Und ich hab so hart dafür gearbeitet! Soviel dafür getan! Alles, alles wollt ihr mir kaputt machen! Hängt diese verdammte Ziege doch einfach und die Sache wäre vorbei!

Dorn von Donnerfurt: Die Wahrheit muss gefunden werden. Und ihr wollt dies doch auch, nicht wahr...? Damit der Mörder eurer Frau gefunden wird, hm...? Oder ist es euch.. nicht recht, wenn wir noch ein wenig mehr herumstochern...?

Rüdiger Dumpelwitz: Fahrt doch zu den Höllen... Ja, ich wars! zufrieden?! Chrysantheme hat mich fast in den Ruin getrieben mit ihren Gehaltswünschen und teurem Lebensstil... und das bei den Einnahmen...

Und tatsächlich sieht Dorn fragend zu Sarah.

Dorn von Donnerfurt: Ich nehme an, es gibt keine Weiteren Fragen...?

Sarah Goldmond: Keine weiteren Fragen.

Dorn von Donnerfurt: Gut... dann sind wir uns einig, dass die Angeklagte Frau Falkenband keine Schuld trifft. Im Namen der Fürstin und des Fürstentumes spreche ich euch hiermit frei von jedweder Schuld.

Arianne Fhirnriveien: Danke, euer Ehren, vielen dank...

Dann jedoch senkte sich Dorns Blick auf Rüdiger, welcher recht zusammengesunken da saß.

Dorn von Donnerfurt: Was euch betrifft, so werdet ihr wohl einer weiteren, wenngleich kurzen Verhandlung stellen müssen. Solch schändliche Tat wegen des Goldes. Niedere Motive, kaltblütig geplant und intrigant ausgeführt. Ich kann euch versprechen... dies wird keine kleine Strafe für euch werden. Die Verhandlung ist beendet.

Und mit einem letzten Schlag des Hammers auf das Podest schloss sich der Vorhang.

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