1380-12-18 - Drow-Gottesdienst

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Tagebucheintrag von Ced A'ran

Müde, und ausgelaugt schlug der Elf die Augen ein weiteres mal an diesem Tage auf. Szenenwechsel, wie es schien. Man hat ihn wohl aus seiner Zelle hinausgeholt. Ächzend hob er das Kinn etwas an, und somit auch den Kopf und stellte zu seinem bedauern fest, das sein Hinterkopf an etwas weichem auftraf, und dort nun irgendwie... Klebte?

Eine böse Vorahnung huschte durch seinen Kopf - War es heute soweit, das man den Gefallen an ihm verlor? Er blinzelte sich die Müdigkeit und die Erschöpfung etwas aus den Augen und versuchte seinen Blick auf irgendetwas zu fixieren, sowie seine Lage teilweise einzuschätzen.

Sofort bemerkte er, das er wohl schon geraume Zeit Rauschkraut einatmete, irgendwie in der Luft schwebte und dort wohl von einem großen Spinnennetz festgehalten wurde. Hätte er die Kraft gehabt zu schreien, hätte er dies wohl auch getan. Doch alles was ihm nun übrig blieb, war sich weiter umzusehen.

Da hätten wir einen großen Raum, eine Spinne irgendwo in seinem Augenwinkel, eine Frau auf einem Podest unter ihm, weiß-gelbliche, Schimmernde Haare - Das Gesicht jedoch verdeckt. Neben ihr eine bekannte Peinigerin - Und etwas Abseits ein paar Drow und Menschen. Dann erhob die Frau mit der großen Maske vor ihm das Wort.

“Wie ihr alle wisst, sind wir heute hier, um der dunklen Mutter, der Spinnenkönigin zu huldigen.

Zu lange wurde diese Pflicht schon vernachlässigt, darum ist es heute und hier so weit, dass wir es tun. Lolth.
Unsere dunkle Mutter. Herrin der Lust und des Chaos. Lolth.
Die Mutter aller Drow.
Viel haben wir ihr zu verdanken. Denn sie war es, die unserem Volk das gab, was uns von den schwächlichen Feenelfen unterscheidet.
Die Fähigkeit der Anpassung... und den Willen zum Kampf.
Wir sind das Auserwählte Volk... und wenn wir stark bleiben, und klug handeln... dann ist es unser Schicksal, über alles zu
herrschen. Wenn wir allerdings versagen, dann werden wir vergehen und keiner Aufmerksamkeit Lolths würdig sein. In meiner Jugend
hat man mir immer wieder etwas gesagt... so wie euch sicher auch:
Wir sind alle Lolths Fleisch.
Es interessiert Lolth nicht, ob wir leben oder sterben. Es ist ihr gleich. Sie gibt uns Macht und Erfolg, wenn wir ihr Futter
geben. Sie wird uns verspeisen, wenn wir versagen.
Wir sind alle Lolths Fleisch.
Wir sind alle Lolths Fleisch... ob wir nun wollen oder nicht, daran ist nichts zu rütteln. Irgendwann wird jeder von uns diese Welt
verlassen... und lachend in den Abgrund fahren. Manche früher, manche später.
Und entweder, wir haben Lolth so beeindruckt, dass sie uns zu einem von ihren Dämonen macht... oder aber unsere Seelen werden verschlungen.
Wir sind alle Lolths Fleisch.
Nun... wer von euch glaubt, dass sie... oder er...

genug zuckendes Fleisch unserer dunklen Mutter zerschnitten hat im letzten Zehntag...?“


Opfer bringen? Fleisch? So wie sich das anhört schien heute tatsächlich sein letzter Tag zu sein. Etwas Panik war nun doch da, trotz des Rauschrauchs in diesen Räumlichkeiten, der Erschöpfung und der offenkundigen Geschwächtheit.

Nun trat eine Drow vor -Was wohl eine Meldung bedeutete- und erhob das Wort. Sie erzählte der Zuschauermenge von Tiefengnomen, die sie mit einer Gruppe abgeschlachtet hatte. Erst schlitzten sie ihnen die Kehlen auf, dann gingen sie in den vollen Angriff über. Als sie dann den Kopf des ältesten von seinem Haupt rissen –den sie davor scheinbar auch noch fast unendlich lange gequält hatten- brachten sie diesen dann der Mutter Oberin.

Irgendwie wurde ihm nun auch noch übel. Die Frau mit der großen Maske und den Gelblich-weißen Haaren trat wieder etwas vor, und begann zu sprechen. Warum nur hat ihn sein Weg in diese Gemäuer geführt...

"Wir sind alle Lolths Fleisch.

Wir sind alle Lolths Fleisch.
So lautet eines der wichtigsten Prinzipien unseres Glaubens.
Wir geben Lolth das, was ihr begehrt... oder sie holt es sich von uns. Wir sind alle Lolths Fleisch.
Wir sind alle Lolths Fleisch.
Aber was ist hier und jetzt...? Hier, in der Stadt der Menschen... was ist hier...? Ist es hier ebenso, wie in unserer Heimat...?
Ihr habt selbst gesehen... die einzige von uns, die der Meinung ist, dass sie Lolth genügend Fleisch geben konnte,
um sie zufrieden zu stellen, ist meine Cousine Jadiira... die vor kurzen noch in ihrer, in meiner, in unserer Heimat war.
Wir sind alle Lolths Fleisch... ja... das sind wir. Und doch... und doch...
Dort draußen... können wir es uns leisten, so viel Fleisch auf den Altar zu legen, so viel Fleisch zu opfern und zu verbrennen.
So viele Herzen herauszureißen und zu vernichten? Ist es im Bereich des Möglichen...?
Oder ist es viel mehr so, dass wir hier, in Dunkelbrunn, in Seldaria... unsere alten Wege und Prinzipien anpassen müssen?
Die Gabe nutzen müssen, die Lolth uns lehrte? Die Anpassungsfähigkeit. Unsere stärkste Waffe.
WIR!
Sind alle Lolths Fleisch!
Aber nutzt es Lolth wirklich, wenn wir uns verausgaben, indem wir ihren Hunger stillen?
Wir sind alle Lolths Fleisch, xas, das ist unvermeidbar.
Aber hat sie nicht Legionen von Drow in Faerun, die ihren Hunger stillen können?
Haben wir hier nicht vollkommen andere Aufgaben zu erfüllen?
Wir... sind alle Lolths Fleisch.
Aber ich glaube, wir haben schon gut erkannt, was unser neuer Weg sein sollte.
Wir sind die Drow.
Wir sind ein Volk.
Und wir werden zusammen halten. Und unser Ziel erreichen.
Wir sind alle Lolths Fleisch. Xas.
Aber wir werden uns nicht sinnlos in ihren Rachen werfen. Denn das ist es nicht, was die dunkle Mutter will.
Es ist ihr Egal, ob wir leben, oder sterben.

Aber wenn wir Erfolg haben dann ist es ihr am liebsten."


Sie deutete auf ihre Begleiterin, seine Peinigerin, und dann auf ihn selbst. Die Panik wurde etwas größer, Schweißperlen bildeten sich langsam auf seiner Haut und die Panik stieg auch in seinen Atem über. Aber er war einfach zu schwach, etwas zu machen - Geschweige denn zu sprechen. Und so blieb er auch fast unbewegt, als sie ihn von den Netzen holte. Außer ein kurzes, kümmerliches Zappeln ließen seine geschwächten und geschundenen, schmerzenden Muskeln nicht zu.

An den Haaren wurde er nun in die Mitte des Raumes geführt, was eher einem zerren und ziehen glich, das seine Kopfhaut mit entsprechenden Schmerzen aufnahm. Aber wenigstens waren diese nicht so extrem wie die, die er in den letzten Tagen erleiden durfte. Wenn es nun mit ihm vorbeigeht, dann sind wenigstens die Schmerzen hinfort.

Man drehte ihn zu der Menge aus Menschen und Drow. In ein paar Gesichtern spiegelte sich unbekümmerte Neutralität wieder, in den anderen Belustigung, und wieder in anderen leichtes Entsetzen. Von hinten schlossen sich Kriegserfahrene, feste Arme um ihn - Und in einer Hand blitzte eine kleine Klinge auf, die an einen Opferdolch erinnerte.

Diese scharfe Klinge wurde dann, einen kurzen, entsetzten Keuchen des Elfen folgend, in dessen Brust gerammt, was dazu folgte das die Anwesenden mit fleischschmatzenden, muskeldurchtrennenden Geräuschen beschenkt wurden. Und so, wie er das noch sehen konnte, schien sich mindestens einer der Menschen fast übergeben zu müssen. Schmerz durchzog seinen schlanken Körper, trieb ihm ein paar Tränen in die geschlossenen Augen - Und als ob dies nicht schon genug war, wurde die Klinge nun auch noch sein Brustbein hinauf gerissen und beschäftigte sich damit, seinen Brustkorb soweit aufzuschneiden, das man diesen bequem mit zwei Händen aufreißen konnte. ...Was dann auch so geschah.

Mit Schwung wurde knackend sein Brustkorb aufgerissen, seine Augen öffneten sich schmerzerfüllt, und weiteten sich ungläubig als sein Herz, sowie seine Innereien den Umstehenden gezeigt wurde. Keuchend musste er das er nun von den Menschen und dem Drowabschaum anstarrten wurde- Wieder sah er teils Neutralität, Entsetzen und Belustigung in den Gesichtern. Als ob er nur ein Tier auf der Schlachtbank war, oder ein Studienobjekt. Derweil bildete sich unter ihm eine nicht zu verachtende Blutpfütze, die gemütlich und leise vor sich hinplätscherte, als sein Blut weiter Schwall für Schwall aus seinem Körper wich, nur um dort unten den Anwesenden gezeigt zu werden.

Dann wurde es langsam aber sicher doch dunkel um ihn herum. Scheinbar war nun die Zeit gekommen, in der seine Seele diesen Körper verlassen konnte. Doch sein Ziel sollte nicht das lang erhoffte Arvandor sein - Nein.

...
...
...

Das Opfer wurde von Lolth angenommen.

Nax 12:23, 2. Jan. 2009 (UTC)

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