1380-10-05 - Der Untergang des Elfenturmes

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Tagebucheintrag von Rauvyl Fyvrek'Zek

Inhaltsverzeichnis

Die Ruhe vor dem Sturm

Die Nacht war dunkel, doch dunkler war es im Unterreich, wo die Gestalten sich versammelten. Die Drow haben den Überfall geplant, über eine geraume Zeit nun. Die Dunkle Garde wurde an ihr Bündnis erinnert, und so kam auch sie, um an dem Angriff teil zu haben. Ein Stamm Grottenschrate wurde mit Drohungen und Versprechen von Schätzen in das Bündnis geholt, aufgepeitscht... sie sollten das Schwertfutter sein. Ein Schiff wurde gekapert und war bereit, für die erste Ablenkung zu sorgen... und die erste Zerstörung. Die Magier hatten ihren Teil dazu beigetragen... Feuerelementare waren gebunden worden, große Mengen an Flammenspinnen und anderen Wesen, die nur dafür existierten, um alles in ihren Flammen untergehen zu lassen. Und all diese Schrecknisse hatten nur ein Ziell: Tirion Numeneya!

Friedlich lag der Elfenturm da, an der Küste Seldarias. Es war eine klare Nacht, so dass Mond und Sterne die Elfen in ein angenehmes Licht tauchten. Viele waren an der frischen Luft, genossen den schönen Nachthimmel. Die Albträume, die sie seit Wochen plagten, waren für einen Moment vergessen, auch wenn sie alle die Erschöpfung spürten, und sie alle den Ruf nach der alten Heimat verspürten. Ein leichtes Rumpeln war zu vernehmen, ein kleines Stück vom Eingang entfernt. Der ein oder andere Elf, und ein paar zufällige Besucher, schaut verwundert dort hin, als ein kleines, aber hell leuchtendes Licht in den Nachthimmel stieg, und dort dann leicht blinkte. Niemand achtete auf das Schiff, welches ohne Licht vor der Küste da lag, und seine Kanonen alle auf den Turm ausgerichtet hatte. Doch als die Geschützmannschaft das blinken sah, zündeten sie die Lunten an.

Hell explodierte das Schwarzpulver, welches über Monate hinweg in Fürstenborn erstanden wurde, und die Kanonen spuckten ihre tödliche Ladung auf den Turm. Die Kugeln, geformt aus bestem Granit, prallten in die Nähe des Turmes oder trafen ihn sogar, und sofort justierten die Schützen die Kanone neu, und luden sie nach. Doch waren die Granitkugeln nicht das größte Problem, sondern die mächtigen Feuerelementare, die von den Beschwörern der Drow, allen voran dem Hausmagier Ilzth'rys, in die Geschosse gebannt wurden, und welche nun begannen, sich von all dem zu ernähren, was sie verzehren konnten. Ganze Schwärme von Feuerspinnen krabbelten über die Flächen, und ein großer Elementar griff nach dem Holz. Die Luft wurde erfüllt von Rauch und Schreien.

Im Trion Numeneya

Nu'verathir öffnete die Augen. Irgend etwas stimmte nicht. Irgend etwas bedrohte den Trion Numeneya. Rasch sah er zu seiner Frau Dy'nessa. Noch war sie tief in ihrer Reverie, doch er spürte deutlich in seinen alten Knochen, dass die Zeit eilte. Sanft fuhr er ihr über die Wange und die Lippen, und sie öffnete die Augen mit einem Lächeln... doch sofort erstarb es, als sie fühlte, was er fühlte. In all den Jahrzehnten war ihre Verbindung sehr eng geworden, so dass sie selten noch ein Wort sprechen mussten, wenn es ernst war.

"Tue, was du musst. Ich warne die anderen."

Sprach sie noch... doch da prallte schon die erste Granitkugel auf, und der Geruch von Feuer mischte sich in die Nachtluft, vertrieb jegliche Spur von Lavendel und Rosen. Der Krieg war zu den Quel'tessir gekommen.

Nu'verathir erhob sich, und eilte in seine Kammer. Dort würde er mit seiner Magie am ehesten etwas ausrichten können, um den Feind zurück zu treiben. Oh, Corellon... lass es noch nicht zu spät sein...

In der Käferhöhle

Rauvyl grinste bei den Schreien und dem Brandgeruch... ah.. das war genau das richtige für ein bisschen Zerstörung und Vernichtung. Nun denn, es wurde Zeit, die Horde zu entfesseln. Mit einem lauten Ruf gab sie den Grottenschraten den Befehl, die vom Erdelementar geschaffene Rampe hinauf zu stürmen, um den eigentlichen Angriff zu beginnen. Und auch die Dunkle Garde machte sich bereit. Sie selbst allerdings kümmerte sich um das kleine Schmuckstück des Hausmagiers... die kleine Kanone, die er von irgendwo besorgt hatte. Wie er es ihr gezeigt hatte, lud sie in aller Ruhe das Ding, und machte sich bereit auch selbst Flammen über die Verteidiger zu bringen. Und wenn ein paar Schrate in dem Feuer verbrannten, sollte sie das auch nicht stören.

Während dessen war schon ein wilder Kampf entbrannt. Die Elfen schossen Pfeile ab auf die Scharte, welche diese mit vereinzelten Armbrustbolzen und Wurfäxten beantworteten. Wasserelementare wurden aus den oberen Geschossen in den Kampf gegen die Feuerelementare geschickt, und gar der ein oder andere mächtige Zauber auf das Schiff vor der Küste. Doch die Masse und die Macht der Angreifer war gewaltig. Drow riefen Dämonen auf ihre Seite, und Auril persönlich griff in den Kampf ein mit einem gewaltigen Teufel. Gardisten aus Fürstenborn waren schon unterwegs, doch mit jedem Augenblick schwanden die Kräfte der mutigen Verteidiger, Elfen wie auch Menschen und Halblinge.

Im Trion Numeneya

Sywyn wusste, dass es zu spät war. Die Angreifer waren bereits durch die Löcher, die wie klaffende Wunden in er Hülle des Turmes wirkten, in die Räume eingedrungen. Die Elfe mit den Hautbildern im Gesicht musste sich anstrengen, um die Tränen aus ihren Augen fern zu halten. Sie hatte noch eine Aufgabe... eine wichtige Aufgabe. Dy'nessa hatte sie gebeten, die Harfe zu retten, bevor sie in die Hände der Grottenschrate, oder, was noch viel schrecklicher gewesen wäre, die der Drow fallen konnte. Elvithrea sollte zugleich versuchen den Ailye Morgil, den Sehenden Stein zu retten. Sywyn meinte gesehen zu haben, wie ein Bolzen die Elfe getroffen hatte, doch sie war sich nicht sicher.

Rasch schüttelte sie den Gedanken ab. Es war keine Zeit sich zu fragen, was anderorts passierte. Es galt die Harfe zu retten. Sie nahm das kostbare Stück in beide Hände... und in diesem Moment hörte sie Geräusche an der Türe... bevor dann eine Gruppe Grottenschrate die Tür einfach zertrümmerten, und mit gelb gebleckten Zähnen auf sie zu kamen.

Sywyn zog ihren Krummsäbel, um sich ihnen zu stellen... doch in ihren Augen lag keinerlei Hoffnung in Angesicht dieser Übermacht...

Auf dem Schiff

"Kapitän, wir haben die Kugeln alle verschossen! Alles ist bereit für Phase 2!"

Rief der Matrose hoch zum Steuer. Die Männer wussten genau, was als nächstes kommen sollte. Während an Land die Schlacht um den Turm immer heftiger wurde, ja, sogar eine Kanone dort abgefeuert wurde, steuerten die Männer und Frauen auf dem Schiff den Hafen an. Das Steuerrad selbst wurde festgebunden, damit das Schiff nicht vom Kurs abkommen konnte, und die weitere, feurige Ladung bereit gemacht. Dann wurden die Beiboote bereit gemacht. Die Flammen am Turm züngelten immer höher, und man konnte erkennen, wie zwei gewaltige Erdkolosse gegeneinander antraten... doch die Männer hatten keine Zeit sich darüber zu wundern. Sie mussten rasch fort vom Schiff, bevor es im Hafen auseinander brach, und die halbe Flotte der Fürstenborner in Brand steckte... oder aber vorher zerschossen wurde. Und während sie ins Wasser sprangen, und mit den Beibooten das Land ansteuerten, wo sie in Sicherheit waren, traf ein Flammenschlag des Tempiten den Vorrat der Kanone an Land, und eine Horde Flammenspinnen stürzte sich auf alles, was brennbar war.

Es war die Nacht des Feuers und des Leids...

Weilersbach

"Der Hafen wird angegriffen! Der Hafen wird angegriffen!"

Truppenführer Arwins fluchte. Das war schlecht. Doch nun hatten er und sein Trupp den Befehl, den Angriff auf den Elfenturm aufzuhalten, bevor die Angreifer sich noch entschlossen Weilersbach zu attackieren. Der Hafen war nun wirklich eine ungünstige Sache, doch... er musste sich entscheiden. Er konnte nicht an zwei Orten gleichzeitig sein mit seinen Männern.

"Wir gehen zum Elfenturm. Seht ihr die Flammen dort? Hört die den Kampflärm? Wir müssen uns darum kümmern. Dort werden wir ebenso gebraucht. Im Hafen werden genug Leute sein. Weiter, Männer!"

Und sie marschierten weiter auf den Kampf zu. Es waren tüchtige Soldaten, allesamt. Doch sie hatten nicht mit den Schrecken gerechnet, die sich ihnen entgegenstellten. Ein Teufel, groß wie drei Mann, tauchte vor ihnen auf, nein, fast schon mitten unter ihnen, und begann ohne zu zögern die tapferen Männer zu zerreißen.

"Haltet stand! Wir werden nicht weichen! Für Fürstenborn!"

Der Trupp war groß... und der Truppenführer konnte erkennen, wie viele Gestalten durch das Loch im Boden (wo kam dieses Loch her, Verdammt nochmal?) verschwanden und sich zurück zogen. Auch der Teufel war nach einiger Zeit besiegt, auch wenn es einige Leben kostete. Sie hatten den Feind vertrieben, zusammen mit den tapferen Verteidigern, die schon länger diesen Kampf ausfechten mussten. Doch... sie kamen zu spät. Der Turm brannte langsam ab, viel war dort nicht mehr übrig. Oh ihr Götter, diese Zerstörung, dieses Leid!

Die Nacht war erhellt von den vielen Flammen, die in dieser Stunde brannten. Die Luft roch nach verbranntem Fleisch und Asche.

Es war die Stunde Dunkelbrunns.

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