1380-05-16 - Echsenjagd

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Tagebucheintrag von Chai Eisauge

Eisauge sucht sich jemanden, der den Bericht für ihn aufschreibt, den er quasi diktiert, damit man ein paar Dinge mal dokumentiert hat und so ein Bericht an die Vorgesetzten macht sich bestimmt auch immer ganz gut. Allerdings hat der Bericht einen sehr persönlichen Charakter.

Die Reise war gut vorbereitet, wir hatten Käfige, Seile, Netze, Lebendvorräte und große Mengen des speziell herstellten Vrahsha bei uns. Auf dem Schiff von Käpt'n Mordekhaine segelten wir zu der Insel, auf der es Gerüchten zufolge Echsen geben sollte. Den Kurs, Gezeiten und Winde hatte ich berechnet und die Fahrt verlief ohne größere Vorkommnisse. Abgesehen davon, dass ein paar Waschlappen den Seegang nicht vertragen konnten und mit einem Gesicht herumliefen, das weißer war, als so manche Kalkwand Har Ganeths.

So landeten wir schließlich auf der Insel, die auf den Karten, die ich vorher in Fürstenborn aufgetrieben hatte, als Inari verzeichnet ist, aber der Käpt'n hat sie Mordeland getauft und im Zweifelsfall hat natürlich immer der Käpt'n recht, die Karte ist deshalb nun veraltet, aber zum Segeln taugt sie ja immer noch. Wie auch immer, wir luden aus und mussten gar nicht lange suchen, da entdeckten wir schon in Strandnähe ein wirklich prächtiges Exemplar von einer Echse. Wild, neugierig und misstrauisch war sie und beobachtete uns. Eingerieben mit dem Vrahsha und bewaffnet mit einem Rinderbein näherte ich mich dem Geschöpf und versuchte sein Vertrauen zu gewinnen. Es sollte mir tatsächlich gelingen sie zu füttern, aber in den Käfig wollte sie natürlich trotzdem nicht. Es endete erwartungsgemäß mit einem Ringkampf aus Seilen, Netzen und Rinderteilen, wobei besonders Mindril'stin, Rauvyl und Tchar mir zur Hilfe kamen. Schließlich war Schuppi dann aber eingefangen, er wird mein Reittier werden.

Nach ausgiebiger Diskussion über die Jagd- und Fangmethoden überließen wir es dann Rauvyl, sich an der zweiten Echse zu versuchen. Ich weiß nicht genau was sie gemacht hat, aus der Ferne sah es nicht anders aus als das, was ich tat, aber das Vieh war scheinbar verrückt genug ihr einfach zu folgen und in den Käfig zu marschieren. Womit es sich als verrückt im Kopf qualifiziert hat und sicher Rauvyl als Reittier dienen wird. Es hat nun einen unaussprechlichen Drow-Namen, übersetzt heißt das wohl so viel wie 'Wilder Ritt'. Ehe wir uns wieder auf die Suche begeben konnten, informierte uns die Mannschaft des Schiffes darüber, dass sie eine Leiche am Strand gefunden hätten. Es handelte sich um eine Frau mit einem Pfeil im Rücken, die nicht wie eine Wilde aussah, sondern eher wie eine recht zivile Person. Das warf einige Fragen auf und wir vermuteten, dass kürzlich ein anderes Schiff hier gelandet sein muss und die Besatzung wohl ein Problem mit den einheimischen wilden Frauen bekommen hatte, von denen wir schon gehört hatten. Doch gezeigt hatten sie sich bisher nicht. Wir führten unsere Suche fort und fanden bald eine dritte Echse, die zunächst auch gegenüber Rauvyl vortäuschte zahm zu sein, dann aber plötzlich ausrastete und um sich schnappte. Rauvyl rannte um ihr Leben, direkt auf das Schiff zu. Hasenpfote setzte daraufhin ein Gift ein um die Echse zu verwirren und ein wenig zu betäuben. Das funktionierte auch insoweit, dass Rauvyl erst mal von dem schnappenden Maul entkommen konnte und wir die kurze Verwirrung nutzten um Seile und Netze zu werfen. Irgendwann lag Tchar unter der Echse und Mordekhaine und ich zogen ihn wieder raus, Hasenpfote bekam auch einen kräftigen Schubs oder Tritt ab. Dank der Verwirrung und Schwächung konnten wir Reißzahn (wie wir ihn passend im Moment seines Aussetzers genannt hatten) schließlich in einen Käfig bugsieren und soviel ich weiß, hat der Käpt'n ihn sich ausgesucht. Nach und nach konnten wir insgesamt 12 Reitechsen fangen. Mehr konnten wir aus Platzgründen nicht bewältigen, es musste ja mitsamt Käfigen und Futter auch alles noch in den Laderaum des Schiffes passen. Diese 12 Echsen werden wir nun ausbilden und auch zur Zucht einsetzen, damit die Einheit sich in der Armee dauerhaft festigen kann. Nun wurde es Zeit, sich Gedanken über die Einheimischen zu machen. Sowohl als Handelspartner für Rohstoffe als auch als mögliche Sklaven kamen sie in Frage. Wir beschlossen, es zunächst diplomatisch zu versuchen und im Falle geringer Aussicht, zu den Waffen zu greifen. Alak und Rauvyl brachen auf, um die Gegend auszukundschaften und entdeckten schließlich auch das Lager der wilden Frauen. Wir näherten uns in der Dämmerung und entdeckten sowohl ein Schiff und eine Werft, als auch weitere Leichen, die teilweise versteinert waren, was für mich auf Hexerei schließen ließ. Hasenpfote übernahm die Rolle der Sprecherin, während ich selbst zum Schiff zurückkehrte und es bereit zum Segeln zu machen, falls es einmal schnell gehen musste. Ich weiß nicht genau wie diese Verhandlungen ausgegangen sind, aber da niemand durchbohrt von Speeren zum Schiff zurückgetragen wurde, gehe ich mal davon aus, dass vielleicht die Chance auf Handel besteht. Ich werde unsere maskierte Diplomatin dazu befragen.

Während der Rückfahrt nach Dunkelbrunn beschäftigte ich mich täglich mit Schuppi, versuche ihn an mich zu gewöhnen und wenn die Echsen sich erst einmal an ihre neue Umgebung gewöhnt haben, werden wir sie gezielt zähmen und ausbilden. Weitere Berichte werden folgen.

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