1379-08-26 - Mordanschlag in der Freudengrotte
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== Tagebucheintrag von Rauvyl Fyvrek'Zek ==Rauvyl hatte sich alle Mühe gegeben, die sie konnte. Stundenlang hatte sie da gelegen, sich jeden Schritt einzeln überlegt, war in die tiefen des Unterreiches gestiegen, um die Materialien zu besorgen. Hatte sich mit dieser verdammten Halbelfe herumschlagen müssen, ihre Robe verändern müssen, die Bühne präparieren. Eine (fast) perfekte Falle. Doch leider hatte sie die Rechnung ohne Parats Unfähigkeit gemacht, eine verdammte Halbelfe von einer echten Feenelfe zu unterscheiden. Musste an den wackelnden Dingern liegen, auf die die Männer alle so standen, und von denen sie alle den Blick nicht nehmen konnten, diese wunderbare Kurven, diese langen Beine... naja, wenn man bei einer Elfe, die gar kleiner war als Rauvyl, von langen Beinen reden konnte. Es war darauf ausgelegt worden, dass eine Halbelfe dort sofort einbrechen würde. Leider war diese Elfe wohl leichter, als eine Halbelfe gewesen. Dennoch, mit der Zeit sollte die Bühne dennoch einstürzen, vielleicht kleine Kratzer an den Beinen der Elfe hinterlassen, vielleicht ein paar kleine Splitter ihr in die Haut treiben, nichts schlimmes, an und für sich. Und dann wäre ihr kleiner Giftsplitter nicht aufgefallen. Wäre einfach in der Menge der kleinen anderen Splitter untergegangen. Sie wäre gestürzt auf das Kissen, auf dem sie die Sporen verteilt hatte, die Sporen, die sie in den nächsten Tagen und Nächten hätten zum Verzweifeln gebracht hätten... nicht in der Lage, Essen bei sich zu behalten, und das schon vorhandene recht schnall recht flüssig wieder verlierend... um sie weiter zu schwächen, zusammen mit dem Gift. Und die kleinen Fläschchen, die mit dem Schleim beschmiert waren, der innerhalb einiger Tagen einen hartnäckigen Ausschlag verursacht hätte, der ihr die nächsten Wochen unmöglich machen sollte, noch einmal in einer Art und Weise, wie in dieser Nacht in der Freudengrotte aufzutreten, so die Menschen nicht auf rot gefleckte Beine stehen würden. Alles in allem wäre es unglaublich harmlos gewesen, für Rauvyl, aber man hatte ihr ja verboten, ihr wirklich etwas zu tun... wenn sie gewusst hätte, dass es eine echte Elfe gewesen wäre, eine Klingentänzerin, eine dieser Mondhuren Eilistraees, und dem war ja ganz offensichtlich der Fall, bei der Art des Tanzes, und der Reaktionen der ganzen Männer, dann hätte sie sich nicht mehr zurückgehalten. Dann hätte sie ein tödliches Gift vorbereitet, und mehr als einen Splitter dabei gehabt. Dann hätte sie ihr hinter der Bühne aufgelauert, und sie still und heimlich getötet, ermordet, zerhackstückelt... Sie schlägt mit der Faust gegen die Wand, was ein unangenehmes Knacken hervorruft, und sie zurück in die Realität holt. Sie hatte versagt. Es war ihr nicht gelungen. Das kleine, schwache Gift würde sie nicht töten, und dieser Priester in Rot, offensichtlich dieser Lorias, von dem sie schon gelesen hatte, würde sie retten. Natürlich würde er das. Er war dieser hüftwiegenden Feenelfe ebenso verfallen, wie Belggir und alle anderen anwesenden Männer. Und nun, nach diesem "Unfall" oder "Anschlag" würden sie alle Mitleid mit ihr haben, ihr jeden Wunsch von den Lippen ablesen, ihre Sklaven sein. Sie hatte der Feenelfe in die Hände gespielt. Sicherlich war das alles sogar von dieser Schlampe, dieser verdammten Mondhure, geplant gewesen. Es konnte einfach kein Glück gewesen sein... nein, dafür lief alles zu perfekt für sie. Sie musste eine Priesterin sein, und die Zukunft vorausgesehenen haben, vielleicht sich sogar vor Gift geschützt haben, so dass kein Risiko bestand. Die Falle hatte sie gesehen und gerochen, und somit verhindert, dass sie sie auslöste, deshalb blieb sie die ganze Zeit des Tanzes auf dem hinteren Teil der Bühne, deshalb dieser perfekte Sprung, der die Falle auslöste, aber sie verschonte. Oh, wie sie diese Feenelfen Mondhuren Schlampen Priesterin hasste! Doch nun war sie in der Falle. Sie hatte versagt, und jeder wusste, dass sie es war, der diese Falle gestellt hatte. Diese Halbelfe, die Parat um ihren kleinen Finger gewickelt hat, wird es sicher bemerkt haben, dass sie unter dieser Bühne herum gewerkelt hat, und wird es der Feenelfen Mondhuren Schlampenpriesterin erzählt haben... und wird nun in sein Ohr all die Lügen flüstern, ach, was hieß Lügen, eigentlich reichte ja die Wahrheit vollkommen. Und er würde auf sie hören, gefangen in dem Zauber der schlanken hellen Beine und großen Brüste der Halbelfe und der Mondhure, und sie, Rauvyl, saß in der Falle. Oh, zu gerne würde sie einfach fliehen, weglaufen, ins Unterreich, wie sie es immer tat, aber sie hatte sich in eine Sackgasse begeben, wütend wie sie war. Nun saß sie in der Falle, die Falle in der Falle, und wusste nicht weiter. Hinter all dem musste diese Drowpriesterin stecken, diese "Quilene". Soll die Dunkelheit sie verschlucken und das Licht sie ewig blenden! So vollkommen gefangen in ihren eigenen Überlegungen von Fluch und Verdammnis merkte sie weder, wie sie sich die Hand, welche sie in ihrem Zorn mindestens verstaucht hatte, hielt, noch wie ihr unter der Maske eine einsame Träne der Verzweiflung die Wange herunterlief. Und sie wartete darauf, dass jemand die Türe öffnete, um sie abzuholen.